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 Ein wenig √ľber uns Thai

VISAKHA BUCHA TAG

Am Mittwoch, 10.05.2017 wird in Thailand der Visakha Bucha Tag begangen.

Aus unserer Pochana Thai Reihe:

"Damit Sie uns Thai ein wenig besser kennen lernen".

Der Visakha Bucha Tag ist der wichtigste buddhistische Feiertag in Thailand. Er wird begangen zum Gedenken an Buddhas Geburt, die Erleuchtung und seinen Tod. Es ist ein beweglicher Feiertag, d. h. der Tag, gilt als der Festtag, der auf den 15. Tag des zunehmenden Mondes im sechsten Mondkalender-Monat (normalerweise Mai) fällt.

Dieses religi√∂se Fest besteht seit der Sukhothai-Epoche, dem 13. Jahrhundert, als Sukhothai die Hauptstadt des alten Siams war. Damals wurde das Fest an 3 Tagen und 3 N√§chten begangen. Die Hauptaufgabe bestand in diesen Tagen darin, sich ausf√ľhrlich mit den alten Schriften √ľber das Werk Buddhas zu besch√§ftigen.

Heute ist dieser Vorgang auf einen Tag beschr√§nkt. Es beginnt mit dem morgendlichen Gang zum Tempel. Zun√§chst werden R√§ucherst√§bchen angez√ľndet und vor einem Buddhabildnis in ein Gef√§√ü gesteckt. Wer Blumen mitgebracht hat, legt vor seinen drei tiefen Verbeugungen vor dem Bildnis Buddhas und dem nachfolgenden Gebet, auch die Blumen nieder. Dann wartet man mit anderen Tempelbesuchern bis die Predigt beginnt. Die von den M√∂nchen abgehaltenen Gebete werden nicht in Sanskrit, der Sprache der K√∂nige, sondern in Pali, der Sprache des Volkes abgehalten. Die Predigt ist in Thai, bzw. in der Sprache, die von der im Tempelumkreis wohnenden Bev√∂lkerung in ihrem Alltag gesprochen wird.

Nach der Predigt bleiben einzelne Gruppen noch im Tempel und unterhalten sich mit den Mönchen oder dem Abt des Tempels. Die Mönche verzehren jetzt die mitgebrachten Speisen und wenn sie fertig sind, können auch die Besucher etwas essen. Anschließend gehen die meisten wieder nach Haus, um ihren täglichen Beschäftigungen nachzugehen.

Am fr√ľhen Nachmittag treffen sich die ersten Leute erneut im Tempel. Das eigentliche Festgeschehen beginnt mit Einbruch der D√§mmerung. Als Opfergaben werden R√§ucherst√§bchen und vor allen Dingen Lotus mitgebracht. Die Lotusbl√ľte ist im Buddhismus das h√∂chste Symbol f√ľr die Erleuchtung, weil diese Blume ihre Wurzel im schlammigen Boden der Erde entfaltet, ihre Bl√ľten aber, die den Symbolgehalt des Geistes haben, sich nach der kosmischen Reinheit des Himmels strecken.

Zur Abendd√§mmerung wandeln dann die gl√§ubigen Buddhisten dreimal um das Hauptgeb√§ude des Tempels. Dabei halten sie Lotusbl√ľten, eine Kerze und drei R√§ucherst√§bchen in ihren H√§nden, in Erinnerung an Buddhas Geburt, seine Erleuchtung und den Tod. Gebetslitaneien geben dieser Prozession einen w√ľrdigen Rahmen.

Nach dieser Hauptzeremonie bleiben die Gl√§ubigen noch eine Weile auf dem Tempelgel√§nde und unterhalten sich √ľber allgemeine Dinge des Lebens. In den St√§dten und D√∂rfern ist es an diesem Tage still. Es ist kein lautes Fest, sondern eine Feier innerer Einkehr, zur Verehrung Buddhas. Man geht am Abend auch nicht etwa aus, um diesen Tag zu feiern. In Dorfgemeinschaften und im Familienkreis sitzt man vielleicht noch ein wenig zusammen bei leichter Unterhaltung. Restaurants haben an diesem hohen Feiertag weniger Betrieb als sonst und viele haben gar nicht ge√∂ffnet. Es ist kein Tag f√ľr fr√∂hliche oder gar laute Feiern.

05102017

 

 

 

 

SONGKRAN, das thailändische Neujahr

Aus unserer Pochana Thai Reihe:

"Damit Sie uns Thai ein wenig besser kennenlernen".

Songkran ist das wohl bekannteste thail√§ndische Volksfest. Es wird gefeiert vom 13. ‚Äď 15. April jeden Jahres.

Das Wort Songkran stammt aus dem Sanskrit und bezeichnet den Beginn eines neuen Sonnenjahres. Der thail√§ndische Kalender begann fr√ľher am 13. April. Erst 1940 wurde in Thailand der Kalenderbeginn auf den 1. Januar umgestellt, um mit dem westlichen gleichzuziehen. Nach wie vor werden die Jahre in Thailand jedoch nach dem buddhistischen Zeitalter gez√§hlt. Die buddhistische Zeitrechnung beginnt 543 Jahre fr√ľher, als die christlicheSomit entspricht 2017 dem buddhistischen Jahr 2560. Auf Poststempeln wird so unter anderem das buddhistische Jahr angegeben, ebenso wie auf vielen Kalendern. Beide Z√§hlweisen sind heute im t√§glichen Leben der Thais gebr√§uchlich.

Am Vorabend des Songkran werden H√§user und Tempelanlagen besonders sorgf√§ltig ges√§ubert. Verschlissene Kleidung, Hausm√ľll und unbrauchbare Dinge werden auf dem Lande verbrannt, nach dem Glauben, da√ü diese alten Dinge, im neuen Jahr nur Ungl√ľck bringen.

Am Nachmittag des ersten Neujahrstages werden Buddhastatuen in einem zeremoniellen Bad gereinigt. Junge Leute betr√§ufeln √§lteren, meistens den Eltern und auch M√∂nchen, die H√§nde mit Duftwasser, als Zeichen des Respekts und erhoffen sich gleichzeitig ihren Segen. In fr√ľheren Tagen wurden √§ltere Leute sogar gebadet und mit neuen Kleidern versehen.

Ein weiterer Brauch ist auch das Freilassen von gefangenen V√∂geln und Fischen. Man erhofft sich durch diese gute Tat, weiteren Segen. In Paklat, Phra Pradaeng, nahe Bangkok, veranstalten junge M√§dchen, festlich gekleidet, einen Umzug zum Flu√ü, um darin gefangenen Fischen ihre Freiheit wieder zu geben. Dieses geht auf den Ursprung zur√ľck, als die Centralebene von einem Hochwasser heimgesucht wurde. Nachdem das Wasser zur√ľckging, lagen zahlreiche Fische auf dem Trockenen. Die Fischer sammelten die Jungfische auf und hegten sie bis zum Songkrantag, um sie dann wieder dem Wasser zuzuf√ľhren. Zu diesem Umzug fahren in diesen Tagen viele junge M√§nner aus Bangkok, um hier vielleicht ihre Braut unter den h√ľbschen M√§dchen zu entdecken.

Der Songkran ist aber auch ein Gedenktag an die Verstorbenen. In einer religi√∂sen Zeremonie werden hierzu Urnen mit der Asche von Verstorbenen zu den Tempeln gebracht. Essengaben f√ľr die M√∂nche geh√∂ren dazu. Die M√∂nche beten mit den Versammelten und erteilen f√ľr Lebende und Tote ihren Segen.

Zu den Besonderheiten geh√∂rt, da√ü w√§hrend dieses Festes √ľberall mit Wasser herum gespritzt wird. Da der April zu den hei√üen Monaten Thailands geh√∂rt, empfinden es viele Thais als willkommene Erfrischung (wenigstens diejenigen, die auf geb√ľgelte Kleidung, Make-up und Frisur nicht so viel Wert legen). Kinder "bewaffnen" sich mit gro√üen Wasserpistolen und n√§ssen jeden, der sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringt. Auf Pickups werden gro√üe Wassertonnen geladen und von der Ladefl√§che werden Passanten unter gro√üem Geschrei mit Wasser √ľbergossen. Wahre Wasserschlachten entwickeln sich manchmal unter den verschiedenen "Spritzmannschaften" der verschiedenen Pickup Trucks. Tankwagen voll mit Wasser gef√ľllt, fahren durch die Stra√üen und Passanten werden aus gro√üen Feuerwehrschl√§uchen bespritzt. Obwohl das Fest durchaus religi√∂sen Charakter hat, steht doch das Vergn√ľgen, der "Sanuk", im Vordergrund und alles in allem herrscht ausgelassene Karnevalsstimmung.

Das Songkran-Fest wird nicht nur in Thailand, ebenso in Burma, Laos und Kambodscha gefeiert.

04132017

 

 

DER CHAKRI TAG

Aus unserer Pochana Thai Reihe:

"Damit Sie uns Thai ein wenig besser kennen lernen".

Der 06.04. jeden Jahres, ist ein Nationalfeiertag Thailands. Es wird die Krönung des ersten Königs der Chakri-Dynastie, Rama der Erste, gefeiert.

Anl√§sslich dieses Festes, wird nur an diesem Tag im Jahr, das k√∂nigliche Pantheon der √Ėffentlichkeit zug√§nglich gemacht. Dieses Geb√§ude in der N√§he des Grand Palace, beherbergt die lebensgro√üen Statuen der Chakri-K√∂nige. Wer die Statuen der Monarchen n√§her betrachten m√∂chte, muss Geduld mitbringen, denn das Pantheon zieht an diesem Tag wie ein Magnet riesige Menschenmengen an. Ein anderer Festplatz befindet sich an der Nordrampe der Memorial-Br√ľcke, wo eine gigantische Statue von Rama I. steht.

Auch nach mehr als 200 Jahren vergessen die Thailänder niemals die wichtigste Person in der thailändischen Geschichte: Seine Majestät König Phra Buddha Yodfa Chulaloke, den ersten König der Chakri Dynastie. Aus dieser Dynastie stammt auch der heutige Vertreter, als
Rama X, König Maha Vajiralongkorn.

K√∂nig Rama I, mit richtigem Namen, Duang oder Thong Duang, wurde 1736 in Ayutthaya geboren. Nach seiner M√∂nchszeit ging er als Offizier zum k√∂niglichen Hof und schon im Alter von 25 Jahren, war er Gouverneur der Provinz Ratchaburi. In den weiteren Jahren hatte er eine wichtige Rolle bei K√∂nig Taksins Bem√ľhungen zur Wiederherstellung der Souver√§nit√§t Thailands. Am 6. April, im Alter von 46 Jahren 1782 wurde er zum K√∂nig gekr√∂nt und regierte 27 Jahre.

Nach seiner Kr√∂nung entschied Rama I, dass Thonburi nicht mehr als Hauptstadt geeignet sei. Es war nicht gen√ľgend Platz zur Erweiterung des Palastes vorhanden. Der Palast lag zu nah am Ufer des Chao Phraya und wurde von Erosion gef√§hrdet. Nachdem er das F√ľr und Wider auch aus milit√§rischer und √∂konomischer Sicht abw√§gte, beschloss Rama I, die Hauptstadt, an einen neuen Platz zu verlegen, Ban Kok (Olivendorf) war geboren.

Rama I baute auch das Wat Phra Kaeo, innerhalb des K√∂nigsbezirks, √∂stlich des Grand Palace. Dieser Tempel ist der wichtigste in Thailand, da er den Emeraldenen Buddha beherbergt. Er lie√ü ferner den faszinierenden Tempel Wat Po errichten und 394 alte Buddha Abbilder um das Hauptgeb√§ude platzieren. Diese Abbilder wurden aus allen Teilen des Landes herbeigeschafft und in ihren Ursprungszustand gebracht, bevor sie an ihrem endg√ľltigen Standort aufgestellt wurden.

Der K√∂nig nutzte das Regierungssystem der Ayutthaya Periode und erg√§nzte es um eine Beraterversammlung, welche aus Wesiren, Repr√§sentanten der Zivilverwaltung und Milit√§rs bestand. Die Mitglieder waren handverlesen aus den Vertrauten des K√∂nigs. Seine Majest√§t der K√∂nig war besorgt √ľber die verloren gegangenen Gesetzesb√ľcher, neun von zehn waren nach der Zerst√∂rung Ayutthayas durch die Burmesen vernichtet oder verschwunden. Er veranlasste eine generelle Neuauflage der Gesetze des K√∂nigreiches und erlie√ü die "Laws of the Three Seals" mit zivilrechtlichen und milit√§rischen Regelungen. K√∂nig Rama I √ľberarbeitete die Gesetze pers√∂nlich, um diese an die ver√§nderten Zeiten anzupassen.

Er bem√ľhte sich sehr um religi√∂se Reformen mit dem Ziel, den Buddhismus in der Rattanaksin √Ąra zu festigen. Im Jahr 1788 berief er ein gro√ües buddhistisches Konzil ein, um die Tripitaka, die √§lteste und wichtigste Sammlung von Dialogen und Lehrvortr√§gen Buddhas, neu bearbeiten zu lassen.

Als Rama I im Alter von 73 Jahren verstarb, hinterließ er seinen Nachfolgern ein in sich gefestigtes Thailand.

04052017

 

 

 

MAKHA BUCHA TAG

Aus unserer Pochana Thai Reihe:

"Damit Sie uns Thai ein wenig besser kennenlernen".

F√ľr Thailands Buddhisten ist am 11. Februar 2017 Makha Bucha

Der Makha Bucha Tag ist einer der wichtigsten buddhistischen Feiertage in Thailand. Er erinnert an zwei Ereignisse, die beide am gleichen Tag in einem Abstand von genau 45 Jahren stattfanden, zu Buddhas Lebzeiten.

Das erste Geschehnis war ein Zusammentreffen, genau 7 Monate nachdem Buddha mit seinen Lehren begann. es war ein spontanes Treffen von √ľber 1.250 M√∂nchen aus allen Himmelsrichtungen. Hierbei wurden diese M√∂nche zum Priester geweiht. Das zweite Ereignis geschah genau 45 Jahre sp√§ter, als "der Erleuchtete" kurz vor seinem Tod, seine Lehren und Ansichten der Nachwelt √ľbergab.Dabei k√ľndigte er auch an, dass er innerhalb der n√§chsten drei Monate sterben wuerde Beide Tage waren Vollmondtage und der dritte Mondmonat heisst in  der buddhistischen Pali-Sprache Makha. Das Wort Bucha bedeutet in Pali: Verehrung oder zu Ehren.

Der Makha Bucha Tag wird also zu Ehren Buddhas und seinen Lehren gefeiert, am Vollmondtag im 3. Mondmonat. Es ist ein bewegliches Fest und kann demnach auch im März stattfinden.

Der Tag beginnt mit der "Almosen-Zeremonie". Die Gl√§ubigen spenden Nahrungsmittel, M√∂nchsroben, Kerzen oder andere Geschenke, den M√∂nchen der Tempel in ihrer Umgebung. Danach beginnen die M√∂nche mit den Gebetslitaneien, ein Gesang, der f√ľr westliche Ohren etwas eint√∂nig und leiernd klingt.  Dieser Gesang wird dem Ansehen des Tempels gewidmet, aber auch wird hiermit die Erleuchtung Buddhas verehrt.

Am Abend versammelt sich die Bev√∂lkerung mit den M√∂nchen und den Novizen in der Tempelhalle, um sich auf die Au√üenprozession vorzubereiten. Jeder h√§lt Blumen, Kerzen oder R√§ucherst√§bchen in H√§nden. Der Abt der Tempelanlage beginnt mit alten traditionellen Litaneien, in die alle gemeinsam einstimmen, zu Ehren Buddhas und seinen Lehren. Nach diesen Gebeten werden die Kerzen und R√§ucherst√§bchen angez√ľndet. Der Abt f√ľhrt die Anwesenden, in der nun folgenden Prozession, dreimal im Uhrzeigersinn um den Chedi (Tempel, der eine besondere Buddhafigur beherbergt) herum. Danach l√∂st sich die Versammlung ohne gro√üe Worte auf.

Am Makha Bucha Tag sollte sich jeder thail√§ndische Buddhist an die Prinzipien der Lehre erinnern. Dazu geh√∂rt, allem B√∂sen und r√ľcksichtslosem Konsum abzuschw√∂ren und den Geist von weltlichen Dingen freizubekommen. Ebenso Freude an den allt√§glichen Dingen des Lebens haben, sorgf√§ltig und konzentriert angefangene Dinge im Leben zu Ende f√ľhren.

Ein gro√üer Respekt geb√ľhrt gedanklich an diesem Tag auch den drei S√§ulen, auf denen der thail√§ndische Buddhismus steht: 1. Buddha, der gro√üe Lehrmeister 2. das Dhamma, die Weisheiten Buddhas und 3. die Sangha, der M√∂nchsorden Thailands.

Am Makha-Bucha-Tag, Samstag, 11. Februar, bleiben Beh√∂rden und Banken geschlossen. An diesem Tag sind zudem der Verkauf und Ausschank von Alkohol verboten, viele Unterhaltungsbetriebe haben haben zudem geschlossen. Das gilt aber nicht f√ľr Hotels.

Und wie immer in Thailand, wenn ein Feiertag weltlicher oder buddhistischer Art an einem Wochenende stattfindet, gibt es hierf√ľr den Ersatzfeiertag am Montag

02112017